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Mit der Zwerchfellatmung für eine bessere Physiologie

Ein Beitrag von: Stefan Völker - Trainer für funktionale Atmung

# Die funktionale Atmung, Teil 3

„Einfach mal tief durchatmen“ - das hört man nicht nur von diversen Fitness-und Yoga-Lehrer/innen, das scheint auch die allgemein gültige Formel gegen Stress zu sein.
Den wenigsten ist dabei aber bewusst, was tief atmen überhaupt bedeutet.

Das „tief“ steht nämlich nicht für „voll“, sondern „weit nach unten“. Bei einer funktionalen (also gesunden Atmung) sollten das Ein- und Ausatmen in Ruhe oder bei leichten körperlichen Tätigkeiten (wie z.B. auch Yoga) nicht zu hören sein.
Falsch ist in jedem Fall, einen möglichst großen Atemzug zu nehmen.

Bei jedem Atemzug sollten Sie die Luft sanft aber tief nach unten in Ihre Lungen strömen spüren, bis zu Ihrem Zwerchfell. Das Zwerchfell ist ein kuppelförmiger Muskel, der die Brust vom Unterbauch trennt. Es ist der größte Muskel des Atemapparats.

Bei der Einatmung zieht sich das Zwerchfell nach unten. Dabei entsteht ein Unterdruck in der Lunge, der die Luft einsaugt.
Für die Ausatmung entspannt sich das Zwerchfell und wandert nach oben zurück in seine Ausgangsposition, dabei wird die Luft wieder aus der Lunge gedrückt.

Nutzen wir unser Zwerchfell für die Atmung, so wird die Luft tief bis in die unteren Bereiche der Lunge gesogen. Dieser Bereich ist deutlich besser durchblutet (ca. 40%), so dass der Gasaustausch wesentlich effizienter ist, als wenn wir flach mit der Brust atmen.

Wenn wir nicht tief atmen, dann nutzen wir die obere Brust für die Atmung. Dies aktiviert aber den Sympathikus und löst im Körper die „Flucht oder Kampf-Reaktion“ aus.
Deshalb fühlen wir uns unruhig, nervös, unkonzentriert und sind emotional instabil, wenn wir flach in die Brust atmen.

Bei der Zwerchfellatmung hingegen wird unsere Aufmerksamkeit verbessert, unsere Emotionen ausgeglichen und es hilft uns, mit Stress besser umzugehen.

Zusätzlich wird durch die Kontraktion des Zwerchfells der Druck im unteren Bauchraum erhöht, was unsere Wirbelsäule unterstützt. Darum bietet es sich auch an, tief (also mit dem Zwerchfell) einzuatmen, bevor wir etwas schweres hochheben. Das sorgt für zusätzliche Stabilität im Körper.

Wenn Sie über den Tag immer wieder mal Ihre Atmung beobachten, finden Sie schnell heraus, ob Sie es sich angewöhnt haben, flach oder tief zu atmen.
Bewegen sich beim Atmen die Schultern oder die Brust, so atmen Sie flach. Dehnt sich hingegen Ihr Bauch bei der Einatmung sanft nach vorne und zur Seite aus, so atmen Sie mit dem Zwerchfell.

Für alle, die noch nicht gewohnheitsmäßig mit dem Zwerchfell atmen, gibt es einige gute Übungen, um dies zu trainieren.

So können Sie sich beispielsweise auf den Rücken legen, die Beine aufstellen und sich ein Buch auf den Bauch legen. Dann versuchen Sie beim Einatmen, das Buch sanft anzuheben und es bei der Ausatmung wieder sinken zu lassen.

Achten Sie aber darauf, dass Sie nicht mit den Bauchmuskeln „tricksen“ und dass Sie nicht zu viel Luft atmen (siehe auch die ersten beiden Kapitel dieser Serie).
Die Atmung sollte dabei sanft, leise und entspannt bleiben.

Es gibt noch viele weitere Übungen, die Sie nutzen können, um wieder eine funktionale Atmung zu erreichen. Idealerweise kombinieren Sie alle Schwerpunkte dieser Serie:

  • die Menge (Biochemie)
  • die Physiologie (Biomechanik)
  • und den Rhythmus der Atmung (Frequenz)

Mit etwas Ausdauer und Konsequenz werden Sie schon bald einen deutlichen Zugewinn an Lebensqualität erreichen.

Ein Beitrag von:

Stefan Völker ist Trainer für funktionale Atmung und lebt und arbeitet in Großweil.
Er unterstützt in Einzelsitzungen Klienten, die Ihre Lebensqualität über die Atmung verbessern möchten und arbeitet mit Sportlern und Athleten, um die Leistung und Ausdauer zu steigern.
Er ist zertifizierter Oxygen Advantage® Advanced Trainer nach Patrick McKeown und angehender Wim Hof Instructor.

Das komplette Leistungsspektrum, sowie Kontaktmöglichkeiten finden Sie unter:
Stefan Völker
Am Bad 5
82439 Großweil
Tel: 08851 / 40 99 96 52
Webseite: www.atem-arbeit.de

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