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I mog nimma!!!
Mit Frust, Ärger, Sorgen konstruktiver umgehen: 7 Tipps

Des werd scho – eine Mini-Serie von Christian Thiele Teil 2/6

Ein Beitrag von: Christian Thiele, POSITIV FÜHREN
  1. 50 shades of grey: Mmmmmpf oder Grrrrrr. So machen viele Comic-Figuren ihren Frust oder ihren Ärger sichtbar. Wenn Sie Ihre negativen Gefühle genau beschreiben und präzise zum Beispiel die Ungewissheit von der Frustration unterscheiden können, dann haben Sie das, was Psychologen „emotionale Granularität“ nennen würden, sprich: Sie haben einen größeren Malkasten an Grau- und Farbtönen, mit denen Sie Ihr Inneres beschreiben können. Und wer das kann,

    • muss seltener zum Arzt
    • nimmt weniger Medikamente
    • trinkt weniger Frust-Alkohol:

    Laut wissenschaftlichen Studien lohnt es sich also schon mal, Ihre Stimmungslage möglichst genau benennen zu können.

  2. Das Positive im Negativen sehen: Eigentlich gibt es gar keine wirklich negativen Gefühle. Denn Ärger, Frust, Genervtsein und andere unangenehme Empfindungen haben immer einen Sinn. Sie sind quasi Datenträger, die uns Auskunft geben über das, was gerade fehlt, was wir gerade brauchen, wonach wir uns sehnen. Welchen Wink mit dem Zaunpfahl gibt Ihnen gerade Ihre schlechte Stimmung, was bräuchten Sie gerade?
  3. Achtsamkeit üben: Egal, ob Sie meditieren oder achtsam gehen oder irgendeine Art von Fokusübung machen, drücken Sie das Unangenehme nicht weg wie einen Wasserball im Swimming Pool. Er taucht dann nur mit umso mehr Gewalt wieder auf. Halten Sie den Schmerz, Frust, Zorn einen Moment bewusst aus.
  4. Geteilte Menschlichkeit: Mal ehrlich, sind Sie die einzige Person auf dem Planeten, die sich Sorgen um die Finanzen macht, die sich nach Urlaub sehnt, denen Homeschooling auf den Zeiger geht etc.? Eher nicht. Machen Sie sich klar, dass Sie mit ganz vielen anderen im Boot sitzen.
  5. Selbstfreundlichkeit: Wie würden Sie mit einer Freundin, einem Kollegen umgehen, der Ihnen genau das Leid klagt, an dem Sie gerade nagen? Sie würden wahrscheinlich zuhören, trösten – und verzeihen, falls es etwas zu verzeihen gibt. Gehen Sie genauso mit sich selbst um. Verzeihen Sie sich selbst, dass Sie vielleicht nicht so leistungsfähig, spritzig, kreativ wie sonst sind – das ist gerade kaum wer!
  6. Zeitreise machen: Das, was Sie gerade stresst, nervt, ärgert – wie werden Sie in einem Tag, einem Monat, einem Jahr darüber denken? Das relativiert die Dinge manchmal…
  7. Einen positiven Anker legen: Üben Sie für schwierige Situationen eine Geste, eine Berührung, eine Bewegung ein, die Sie an Stärke, Kraft oder andere angenehme Gefühle erinnert. Genauer habe ich das hier beschrieben.

Wie geht’s Ihnen jetzt? Alles schon etwas leichter oder wenigstens klarer? Vielleicht – vielleicht auch nicht. Auch ok! Glücksstress ist das wenigste, was wir alle jetzt brauchen. Thema der nächsten Woche: Was Zuversicht ist, was sie nicht ist, wie sie geht – und wo sie zu viel oder fehl am Platz ist.
Gute Zeit bis dahin! Sie machen das gut! Des werd scho!

Ihr
Christian Thiele

Ein Beitrag von:

Christian Thiele
Christian Thiele lebt mit Familie in Garmisch-Partenkirchen und arbeitet als Coach, Trainer, Autor und Podcaster für Positives Führen und Positive Psychologie (positiv-fuehren.com). Er gehört zum Trainerteam der Deutschen Gesellschaft für Positive Psychologie (www.dgpp-online.de). Anmeldung für sein kostenloses Webinar „Das Glück: Was es ist und bringt, wie wir es finden - und wo nicht“ am Mittwoch, 12.5.2021 von 19-20 Uhr unter kontakt@positiv-fuehren.com.
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